Die Gründung der Tanzschule Elmayer

Wir begeben uns in das Jahr 1919. Willy Elmayer kommt auf
eine Idee, die für einen Offizier eher ungewöhnlich ist, nämlich eine
Tanzschule zu gründen.

Nach Kriegsende war Willy Elmayer in keiner besonders guten
Lage. Er arbeitete als Sekretär im Staatsamt für Heereswesen und musste seine
erkrankten Eltern finanziell erhalten. Für einen ehemaligen Kavalleristen war
die Berufswahl anno 1919 nicht einfach, weil es nicht viele Berufe gab, die für
einen Offizier geeignet waren.

Eines Tages fiel Willy Elmayer ein französischer Roman in
die Hände, in dem die Geschichte eines napoleonischen Offiziers nach Waterloo
erzählt wurde. Dieser fiktive Offizier war in einer ähnlichen Lage und
beschloss eine Tanzschule in Paris zu eröffnen. Somit war die Idee der
Tanzschule Elmayer geboren und nach reiflicher Überlegung begann der ehemalige
Rittmeister diese Idee in die Wirklichkeit umzusetzen.

Zuerst mussten Räumlichkeiten gefunden werden. Wie der
Zufall es wollte, traf Willy Elmayer seinen guten Bekannten, Otto
Windisch-Grätz, den Schwiegerenkel Kaiser Franz-Josephs, und erklärte ihm seine
Lage. Dieser machte ihn darauf aufmerksam, dass der Markgraf Pallavicini
vorhatte, seinen Pferdestall zu vermieten. Es dauerte nicht lange und der
Markgraf sagte ihm die Stallungen zu. Was nun fehlte, war das Geld. Willy
Elmayer musste – schwersten Herzens – seine über hundert Silberpokale und
Reitpreise, die er gewonnen hatte, als Sicherstellung bei seinem Kreditgeber
zurücklassen und Wucherzinsen bezahlen, damit er seinen Plan verwirklichen
konnte.

Willy Elmayer kämpfte für seine Tanzschule und heute vor 100
Jahren, am 19. November 1919 konnte er – im von seinem Bruder geliehenen Frack
– zum ersten Mal Tanzunterricht abhalten. Zum ersten Mal schallte es durch die
ehemaligen Stallungen des Palais Pallavicini: „Damen und Herren zueinander!
Damen und Herren wechseln die Plätze!“

Genau vor 100 Jahren wurde der erste Tanzkurs in der Tanzschule Elmayer abgehalten.
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